Zu Gast bei Freunden – Flandern Rundfahrt 2024

Am 02.04.2023 war es endlich soweit. Die zwei ESVler Sebastian Gutsche aus heimischen Gefilden und Simon Davos aus Belgien starteten bei der Flandern-Rundfahrt (Ronde van Vlaanderen), welche das populärste Eintagesrennen Belgiens ist. Sie wird zu den fünf Monumenten des Radsports gezählt. Natürlich musste es die volle Distanz werden, ganz getreu dem Motto „ganz oder gar nicht“.

Am 30.03.2024 war es dann so weit. Um 8 Uhr startete für Simon und Sebastian bei 9°C und Regen in Antwerpen ihre Flandern-Rundfahrt 2024. Es mussten bis zum Ziel in Oudenaarde 236 km, drei flache Kopfsteinpflasterpassagen, neun asphaltierte Anstiege und acht Anstiege mit Kopfstein bezwungen werden. Highlights der Ronde sind u. a. die Mauer von Geraadsbergen (km 145), der Koppenberg (km 185), der Paterberg (223 km) oder der Oude Kwaremont (km 218), was übersetzt so viel heißt wie „alter mieser Hügel“. Und diese ehrfürchtig klingende Namen tragen die Hügel zurecht, es sind kurze, sehr steile Rampen mit bis zu 22 % Steigung und das Kopfsteinpflaster bringt den ganzen Körper an sein Limit. Ist das Kopfsteinpflaster dann auch noch nass und glitschig, werden sie schnell zu nicht passierbaren Hindernissen. Die ersten 97km bis Herzele spulten Simon und Sebastian bei anhaltenden Dauerregen in 3:19h runter (ca. 30 km/h im Schnitt). Auf den übrigen 139 km wechselten sich die Anstiege und Kopfsteinpflasterpassagen im 5 km Rhythmus ab. Der Dauerregen wechselte zu Schauern über, aber die Kleidung trocknete nie wirklich ab. Bei Kilometer 136 setzten bei Sebastian die ersten Krämpfe in den Oberschenkel ein. Aber die fahrradverrückten Belgier trieben die Jungs von Anstieg zu Anstieg von Kopfsteinpflasterpassage zu Kopfsteinpflasterpassage und auch die Mauer von Geraadsbergen konnte unter großem Jubel bezwungen werden. Am Koppenberg (km 185) fanden Sebastian und Simon ihren gefühlten Endgegner. Auf 600 m Strecke müssen 64 Höhenmeter bei durchschnittlich 11,6 % und maximal 22 % Steigung auf Kopfsteinpflaster überwunden werden. Auch Stürze sind keine Seltenheit. Selbst das Gehen mit Radschuhen auf diesem Anstieg ist eine Herausforderung, was zuerst Sebastian und ein Stück weiter oben auch Simon erfahren mussten. Belgische Waffeln, Sportgels, Iso-Drinks, heiße Polizistinnen und der Wille, die Finisher Medaille in Oudenaarde entgegenzunehmen, sorgte für Erheiterung und den nötigen Push durchzuhalten. Der letzte 400 m lange und 20 % steile Abschnitt am Paterberg war dann für den einen fahrend, den andern schiebend erledigt und die letzten 14km gingen flach Richtung Ziel. Sebastian und Simon erreichten gemeinsam nach 11:08 h (reine Fahrzeit 9:26h) das Ziel. Sebastian dankte seinem Edelhelfer für den gespendeten Windschatten, die aufbauenden Worte an den steilen Rampen und der mehrtägigen Unterbringung bei seiner Familie. Hartelijk dank Simon. Mal gucken was die Jungs als nächstes Abenteuer planen.

Das könnte dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert