Bestzeit beim Engadiner Ski-Marathon
Eine Woche nach dem Vasalauf startet Sebastian Gutsche beim Engadiner Skimarathon in Maloja. Über die Marathondistanz ging es von Maloja durch das schöne Engadin nach Chanf.
Schon am Morgen lag eine besondere Stimmung in der Luft. Die Bedingungen für das Rennen versprachen, außergewöhnlich gut zu werden. Es war knackig kalt, -9°C, und die Loipe schön gefroren – perfekt für schnelle Skating-Ski. Während Sebastian seine Ski vorbereitete, spürte er eine Mischung aus Vorfreude und Nervosität. Würde er nach dem Vasalauf die nötige Energie haben?
Pünktlich um 8:47 öffnete sich das Startgatter für Sebastians Startgruppe. Ein kurzer Moment der Stille, dann fegten die Athleten über den Silsersee Richtung Sils. Die Gruppe war noch kompakt, Sebastian tastete sich an seine Position im Feld. Der glitzernde See, eingerahmt von schneebedeckten Bergen, schenkte ihm einen Moment des Staunens. Doch er musste sich konzentrieren: Die ersten Hügel kamen näher.
Über den Silvaplana See ging es zügig weiter. Mit jedem Kilometer spürte Sebastian das Ziehen in den Beinen. Er fragte sich kurz, ob er das Tempo bis zum Ziel durchhalten würde – die Erinnerung an den Vasalauf war präsent. Dennoch biss er sich durch. Zwischen ihm und den anderen Athleten entstanden erste Lücken. Ein kurzer Blick auf die Landschaft: Der Schnee glitzerte auf dem zugefrorenen Seen.
An der berühmten Olympiaschanze erwartete Sebastian diesmal kein Stau. Mit einem schnellen, kontrollierten Anstieg erreichte er in neuer Bestzeit Sankt Moritz. Ein Hauch von Stolz durchzog ihn. Für die nächsten acht Kilometer galt es, die Konzentration hochzuhalten. Der Starzer Forst mit seinem berüchtigten Mattenwald erforderte Fahrgeschick und Aufmerksamkeit – die Schatten der Bäume, die engen Kurven, die Dynamik eines Langlaufrennens.
Bei der Abfahrt Richtung Pontresina spürte Sebastian den Wind im Gesicht. Plötzlich sah er, wie eine Sportlerin unmittelbar vor ihm bei etwa 55 km/h stürzte. Instinktiv wich er aus, das Herz klopfte wild. Ein kurzer Moment des Schrecks, dann konzentrierte er sich weiter auf die Strecke.
Ab Pontresina verläuft die Strecke zunächst flach und ermöglicht ein schnelles Tempo in Richtung Ziel. Doch ab La Punt wird es für die Sportler anspruchsvoller: An den sogenannten Golan Höhen müssen sie mehrere steile Hügel überwinden, die ihnen einiges abverlangen. Anschließend folgt eine eisige Abfahrt, die direkt auf die Zielgerade führt. Mit einer beeindruckenden Zeit von 2:27 Stunden erreicht Sebastian das Ziel und stellt damit seine persönliche Bestleistung beim Engadiner auf – ein großartiger Moment nach einem herausfordernden Rennen.




